:: Bibelgläubige

Blind Bibelgläubige sind Leute, die die Bibel immer noch wörtlich nehmen. Folgender Artikel fasst die erschreckenden Ansichten und Aussagen evangelikaler Christen aus den USA zusammen:

Quelle: http://hpd.de/node/11075

Religiöse Rechte – Notizen Januar 2011


USA. (hpd) Auch wenn die Wahlen Vergangenheit sind und die neu gewählten Parlamentarier sich im Abgeordnetenhaus und Kongress eingerichtet haben, verkünden die politischen Vertreter der religiösen Rechten weiterhin ungehemmt ihre teilweise absonderlichen Weltsichten. Ein Strom des Erschreckens - aber auch der vermutlich ungewollten Heiterkeit.

Cindy Jacobs beschwor erneut Schreckensgespenster. Zum einen könnte es in Kalifornien zu einem Erdbeben kommen, weil die Entscheidung, die Homoehe zu verbieten, wieder aufgehoben wurde, andererseits sei das große Vogelsterben in Arkansas darauf zurückzuführen, da der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates, Bill Clinton, erstmals einen homofreundlichen Kurs in den Streitkräften gefahren habe. (Quelle 1) (Quelle 2)

Joseph Farah, Herausgeber des Internetmagazins WorldNetDaily griff in der Debatte um Don't ask don't tell (DADT-Doktrin) erneut auf die These zurück, dass führende Nazis Schwule gewesen seien. Er lobte das Buch „The pink Swastika“ des AFA-Mitglieds Scott Lively. Für Schwule in den Streitkräften müsse die Parole „Nie wieder!“ gelten. (Quelle)

Der ehemalige Militärgeistliche Gordon Klingenschmitt beklagte sich über die Aufhebung der DADT-Doktrin. Dies werde es unmöglich machen, einen Homo-Exorzismus zu betreiben. Er selbst hatte angeblich eine lesbische Soldatin mit der Kraft des Gebetes „geheilt“. (Quelle)

Zur Not geht es eben doch mit den Moslems: Der republikanische Politiker Bob Marshall erklärte, dass muslimische Staaten für gewöhnlich keine Schwulen im Militär zulassen und daher ihre Allianzen mit den USA aufkündigen könnten. (Quelle)
Streiterei innerhalb der Christlichen Rechten

Wiley Drake, ehemaliger Vizepräsident der SBC, der in der Vergangenheit vor allem für den Tod vieler demokratischer Politiker betete, lädt zur Diskussion darüber ein, ob man künftig auch für den Tod des radikalen Baptistenpastors Fred Phelps beten soll. (Quelle)

Einen Gesetzesentwurf, der es Vermietern verbieten würde, Schwule abzulehnen, stieß bei Bryan Fischer auf Ablehnung. Kinder wären leichte Beute für ihre neuen homosexuellen pädophilen Nachbarn. (Quelle)

In Uganda wurde diesen Monat der Schwulen-Aktivist David Kato ermordet. Er gehörte zu den Homosexuellen, zu dessen Ermordung die Zeitung „Rolling Stone“ aufgerufen hatte. Bei seiner Beerdigung sprach sich der Pastor gegen Homosexualität aus, woraufhin die Bevölkerung die Beisetzung verhinderte. (Quelle)

Scott Lively von der AFA sprach sich dagegen aus, Homophobie für den Mord verantwortlich zu machen. Schließlich könnte Kato ja genauso gut von einem Liebhaber ermordet worden sein. (Quelle)

Wie diesen Monat bekannt wurde, hatte Pastor Fred Hartley aus Atlanta zu Spenden an Bischof Julius Oyet aufgerufen, der sich für die Todesstrafe für Schwule in Uganda ausgesprochen hatte. (Quelle)

Matt Barber vom Liberty Counsel wandte sich erneut gegen die Bürgerrechtsbewegung Southern Poverty Law Center, die im Vormonat mehrere christliche Organisationen wegen homophober Äußerungen als „hate group“ eingestuft hatte. Das SPLC, das sich vor allem für die Belange von Afro-Amerikanern einsetzt, greife dasselbe Christentum an, das sich damals für die Rechte von Schwarzen eingesetzt habe. Wahr ist, dass wichtige Vertreter der Bürgerrechtsbewegung wie Martin Luther King oder Jesse Jackson Baptistengeistliche waren. Weiße Baptistenpastoren, wie Jerry Falwell, der Gründer des Liberty Counsel, unterstützen die Rassentrennung in den Südstaaten jedoch. (Quelle)
Attentat auf demokratische Politikerin

Für das meiste Aufsehen sorgte diesen Monat das Attentat auf die demokratische Politikerin Gabrielle Giffords in Tucson, Arizona. Der Attentäter Jared Loughner hatte versucht, die Abgeordnete zu erschießen, diese überlebte jedoch schwerverletzt, sechs anwesende Personen starben. Der Attentatsversuch erschütterte das politische Klima in den USA. Verschiedene Vertreter der Christlichen Rechten gaben sofort ihren Kommentar ab.

Das Charisma Magazine sah in dem Blutbad ein göttliches Zeichen, wenngleich es seine Leser dennoch ermahnte, für die Toten zu beten. (Quelle)

Die Westboro Baptist Church um den radikalen Prediger Fred Phelps dankte Gott dafür, dass er Loughner geschickt hatte, um Giffords zu töten. (Quelle)

Die konservative Website WorldNetDaily erklärte das Blutbad damit, dass der Attentäter eine Schule besucht hatte, die von Bill Ayers (ehemaliger kommunistischer Terrorist) gegründet und von Präsident Obama finanziert wurde. (Quelle)

Vertreter der amerikanischen Linken hatten vor allem Sarah Palin vorgeworfen, mit ihrer Rhetorik ein Klima des Hasses geschaffen zu haben und so Schuld am Attentat zu tragen. Diese (sicherlich überzogenen) Vorwürfe konterte Bryan Fischer ebenso überzogen. In den jüngsten Attacken auf Palin könne man das Wirken Satans erkennen. (Quelle)

Franklin Graham störte sich vor allem daran, dass bei einer Trauerzeremonie für die Opfer auch ein Vertreter indianischer Religion anwesend sei. Die Götter „Vater Himmel und Mutter Erde“ könnten keinen Trost spenden. (Quelle)
Nachtrag zu Weihnachten

Nachbeben des oft beschworenen Kampfes gegen Weihnachten: Republikaner aus Rhode Island wollen verhindern, dass Weihnachtsbäume als „Feiertagsbäume“ bezeichnet werden. Außerdem hatte ein Gericht befunden, dass das Mt. Soledad-Kreuz an einer Gedenkstätte für US-Soldaten der Verfassung widerspreche, da der Staat sich nicht einseitig auf die Seite einer Religion stellen dürfte. Das FRC verglich die Entscheidung mit der Sprengung der Buddha-Statuen in Afghanistan durch die Taliban 2001. (Quelle 1) (Quelle2)
Unterstützung eines afrikanischen Diktators

Pat Robertson unterstützt erneut einen afrikanischen Diktator. In seiner Fernsehsendung sprach er sich für Laurent Gbagbo aus. Der Präsident der Elfenbeinküste sei kein Verbrecher, sondern ein guter Christ. Gbagbo hat die Präsidentschaftswahlen gegen seinen islamischen Bewerber Alassane Ouattara verloren, aber weigert sich, die Wahlen anzuerkennen und abzutreten. (Quelle)
Nur Christen sind „Brüder und Schwestern“

Der neu gewählte Gouverneur Alabamas, Robert Bentley, machte kurz nach seiner Vereidigung klar, wofür er einsteht: Der Baptist verkündete, dass alle Christen den gleichen Vater hätten und er Nicht-Christen daher nicht als seine Brüdern und Schwester ansehe. Unterdessen wurde der neue Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, der der Regierung Obama in den nächsten zwei Jahren das Leben schwer machen wird, von der AFA gelobt. Dieser befände sich im Krieg mit dem „Kräften des Bösen“. (Quelle 1) (Quelle 2)

Mark Tooley, Präsident des Institute on Religion and Democracy, attackierte die amerikanische Episkopalkirche (Anglikaner) dafür, dass sie „Angst schüre“, indem sie vor einer globalen Klimaerwärmung warne. Bryan Fischer sprach sich gegen eine Präsidentschaftskandidatur des Politikers Newt Gingrich aus, weil dieser zu „grün“ sei. (Quelle 1) (Quelle 2)

Mikey Weinstein von der Military Religious Freedom Foundation beklagte sich in diesem Monat darüber, dass 800.000 Soldaten an einem spirituellen Test teilnehmen mussten, nach dem Atheisten eine Beratung nahegelegt wurde. (Quelle)
Lob für die chinesische Internetzensur

Bryan Fischer war verärgert darüber, dass der erste Zusatzartikel zur US-Verfassung, der Einschnitte in die Meinungsfreiheit verbietet, dazu genutzt werde, Pornographie-Seiten zu betreiben. Er lobte die strenge Internetzensur der chinesischen Regierung, die im vergangenen Jahr zehntausende pornographische Seiten gesperrt hatte. (Quelle)

Außerdem gab Bryan Fischer erneut einen Einblick in sein Bibelverständnis: Er befasste sich mit der Frage, ob man die, in der Bibel geschilderten, Kriege Israels als Völkermord bezeichnen dürfe. Dies sei auf den ersten Blick einleuchtend, da es den Israeliten tatsächlich um die Ausrottung der Kanaaniter gegangen sei. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass sie ein Volk voll von Sünde und daher reif für ein göttliches Urteil gewesen seien. Die Bezeichnung „Völkermord“ sei also unangebracht. (Quelle)

 

Zusammenstellung und Übersetzung: Lukas Mihr